Historie - Die Geschichte unserer Bleibe

 
Das Gebäude des Offenen Jugendtreffs, eine an der Bundesstraße 96 bzw. der Oranienburger Chaussee gelegene Baracke, hat seinen Platz an einem geschichtsträchtigen Ort: Seit 1670 befand sich am Eingang des heute gleichnamigen Weges auf der gegenüber, zum Ort hin gelegenen Seite der Landstraße der "Gasthof Sandkrug"; dieser wurde 1964 aufgrund seiner unmittelbaren Grenznähe und des Mauerbaus abgerissen.

Die "Berliner Mauer" umgab den Ausläufer Glienickes in den Berliner Stadtteil Frohnau hinein auf drei Seiten. Die Bewohner der Sackgasse "Am Sandkrug" waren so fast völlig von der Mauer umgeben und eingeschlossen. Nur mit einer besonderen Erlaubnis konnten die zwei dorthin führenden Schlagbäume passiert und das Areal betreten werden.  Wegen der Form des Grenzverlaufes wurde und wird dieses Gebiet bis in die Gegenwart "Entenschnabel" genannt.
Drei metallene Stelen erinnern heute mit einigen Bildern und einem Informationstext an die Geschichte dieses Grenzgebietes. Den "Gartenzaun" bildete hier sowohl auf West- wie auf Ostseite die hochgesichterte Grenzanlage.
 
Den Bewohnern des "Entenschnabels" diente die inzwischen durch den Jugendtreff genutzte Baracke zu DDR-Zeiten als Kulturzentrum (sog. "Kulturbaracke"). Das Gebäude wurde bis zu seiner aktuellen Nutzung zu verschiedenen Zwecken verwendet. An diesem Ort steht der Jugendclub bzw. Offene Jugendtreff seit September 1998 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen offen; Träger dieser Einrichung der kommunalen Jugendarbeit ist die Gemeindeverwaltung Glienicke / Nordbahn.
 
 
(An dieser Stelle verweisen wir auf die Veröffentlichung des Glienicker Ortschronisten Joachim Kullmann (2004): Glienicker Bilderbogen. Zur Vergangenheit und Gegenwart unseres Heimatortes - Ausgewählte Beispiele, Band 1, 1. Auflage, Berlin - dort insbesondere die Kapitel "Der 'Sandkrug' und warum er seinen 300. Geburtstag nicht mehr erlebte", S. 118-125, sowie "Ein Gedenkstein und eine Linde - der Fall der Mauer", S. 126-131. Dieses Buch ist zu erwerben gegen eine Schutzgebühr von 12,50 Euro oder in der Glienicker Bibliothek auszuleihen.)